Rezension von Mirco: Wer Schiffe klaut, kriegt nasse Füsse

Autorin: Rega Kerner

Rezensent: Mirco

Titel – Der Titel sagt schon fast alles, könnte man meinen, aber weit gefehlt. Diese Story bietet noch so viel mehr, als der Titel hier verspricht. Für Jungs und Mädels, die am Wasser leben, ein wahres Paradies zu erleben, wie die beiden jungen Heldinnen ihre Reise bestreiten, für alle anderen eine Reise voller Abenteuer, Liebe und Hoffnung – Echt toller Titel.

Cover – Das Cover ist auf den Punkt gebracht. Es ist frech, jungendlich, der heimliche Hauptdarsteller der Geschichte ist zu sehen, Noortje das Schiff was die beiden Schiffsdiebinnen klauen und vorne an eins der beiden Mädels. Im Hintergrund sieht man eine der Brücken, die sie passieren auf ihrer Reise und schemenhaft die Stadt von der sie kommen und natürlich ganz viel Wasser, denn dieses Element begleitet sie auf Schritt und Tritt ihres Abenteuers.

Charaktere – Es ist die Geschichte einer Freundschaft, die so gar nicht auf dem Zettel der Beiden Protagonistinnen Karla und Lara stand und doch schaffen sie es irgendwie, einen gemeinsamen Weg zu finden, der sie alle Abenteuer meistern lässt. Die beiden Teenager leben jeweils ein Leben, das unterschiedlicher nicht sein könnte. Während Lara aus guten Verhältnissen stammt, ist bei Klara genau das Gegenteil an der Tagesordnung. Beide interessieren sich mehr oder weniger für Jungs, für die Schule, naja nur wenns sein muss und für eine Flucht aus der Tristesse des Alltags. Ich hab mich nach nur wenigen Seiten gleich mit den beiden Mädels angefreundet und war ab da ein Teil ihrer Mannschaft. Der heimliche Star des Buches ist Noortje, der Kahn den die beiden stibitzen. Er ist ihr treuer Freund, ihre Burg, ihre Zuflucht, ihr Zuhause auf dem Weg ins Abenteuer.

Schreibstil – Rega Kerner schreibt mit einer unverblümten Art die Abenteuer von Karla und Lara, so dass man sich im Stil der Jugend gleich ein Bild davon machen kann, wie die Teenager unserer Zeit so miteinander reden und ihre Probleme lösen. Während der Geschichte lernt man viel über die Abläufe an Bord eines Schiffs. Mich hat es fasziniert, wie sie mit ihrer ganz eigenen Art die Geschehnisse in guter alter Schiffermarnier an den Leser heranträgt. Es hinterlässt einen bleibenden Eindruck. Diese lockere flockige Art zu schreiben gefällt mir sehr gut. Man fühlt sich von der erste Seite an wahrlich aufgenommen. Wir Norddeutschen würden sagen, dass ist ein Buch für Wasserratten, aber hey, Rega hat es so geschrieben, dass auch die Landratten an diesem Abenteuer voll auf ihre Kosten kommen und dazu auch noch was lernen.

Story – Die Geschichte fängt damit an, dass ich als Leser die beiden Mädels Lara und Klara kennenlerne und entdecken muss, Probleme haben wir alle. Jungs, in die wir heimlich verliebt sind, die Schule, die uns nur auf die Nüsse geht, weil wir sie zwangsweise besuchen müssen, um zu lernen! Jaja und die Träumereien von einem Leben, in dem all das keine Rolle spielt. Durch einen Zufall geschieht es, dass Lara ihre Schultasche an das Hafenbecken verliert und Klara schon längst ein Plan ausgeheckt hat, wie sie all ihre Probleme auf einen Schlag loswerden können. Nur Momente später haben die beiden es geschafft, die Noortje, den alten Kahn im Hafenbecken, von seiner Vertäuung zu lösen, sowie den Motor in Gang zu bekommen. Ab da stechen sie in See, wie der Seemann so schön sagt und das Abenteuer geht los. Von Bremen aus fahren sie die Weser runter und erleben allerlei brenzlige Situationen, denn eines ist klar, sie sind keine Matrosen, die das täglich machen, nein, sie sind die Schiffsdiebinnen Karla und Lara, die den Kahn Noortje gekapert und auf eine lange Reise mitgenommen haben. Mit der Zeit raufen sie sich zusammen und lernen mehr und mehr, auf was sie achten müssen. Bei Elsfleth passieren sie das Sperrwerk und fahren die Hunte hinauf, einen kleinen Fluss, der in die Weser mündet. Dank des gefundenen Proviants an Bord, sowie etwas Bargeld, der Hilfe von Max, dem Matrosen von einem befreundeten Schiff, sowie dessen Kapitän Franz schaffen sie es, ihren Kahn unter Kontrolle zu bringen, ja es gelingt ihnen sogar, Noortje wie ein geborene Wasserratte zu steuern. Max verdreht den Mädels den Kopf und es kommt zum Zwist zwischen den beiden, doch sie raufen sich wenig später wieder zusammen. Da sie nicht ganz bis nach Oldenburg fahren wollen, wenden sie den Pott kurz hinter der Huntebrücke und entschließen sich dazu, die Reise gen Heimat anzutreten. Fast wieder in Bremen angekommen, setzen sie Noortje auf Grund. Das Ganze wird zum Ereignis und von überall her strömen Leute herbei, um sich das anzusehen. Dank der einsetzenden Flut, können sie ihren stählernen Freund Noortje von der Sandbank befreien und tuckern der Heimat entgegen. Doch wird dies das letzte Abenteuer sein, dass die beiden zusammen erlebt haben?

Fazit – Mit ihrer erfrischenden Schiffersprache schafft Rega Kerner es, ein Füllhorn an Abenteuerlust zu kreieren, dass seines Gleichen sucht. Kaum nimmt die Geschichte Fahrt auf und die beiden Protagonistinnen Karla und Lara kapern ihren stählernen Freund Noortje, da beginnt auch schon das Abenteuer. Da beide keine Ahnung davon haben, wie man ein Schiff steuert, geschweige denn manövriert, ist jedes passieren einer Brücke, eines Sperrwerks, anderer Schiffe ein Highlight, das an Spannung kaum zu übertreffen ist. Man ist als Leser ein Teil der Mannschaft und zittert mit ihnen, wenn es wieder heißt, der Sprit geht zur Neige, die Vorräte werden knapp, das Schiff muss vertäut werden oder auch der junge Matrose Max von der Mina-Ida verliebt sich in die eine und wird von der anderen angehimmelt. Alles in allem kann ich sagen, ein wahres Feuerwerk an Gefühlen, Abenteuerlust und jede Menge frecher Sprüche. Karla kann einen aber auch echt aus der Reserve locken mit ihrem frechen Mundwerk, so dass ich manches Mal am Boden gelegen hab, vor Lachen. Empfehle ich sehr gerne weiter!

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