Rezension von Susann: Pechmarie

Autorin: G. Siema

Rezensentin: Susann

Mich sprach der Titel des Buches – in Kombination mit dem Schmerz-verursachenden Cover – und der Klappentext von G. Siema an.

Meine Erwartung bei Titel und Cover: Psychologischer Tiefgang, der möglicherweise auch schwer auszuhalten ist. Der Satz im Klappentext – der bei mir inzwischen zum geflügelten Wort geworden ist – „Manche landen auf der Butterseite des Lebens und manche
rutschen darauf aus!“ löste bei mir das Kopfkino von Glücksmarie und … „Pechmarie“ aus. Perfekt!
Bis ich 15 war las ich – auch – Märchen. Weil das Böse seine Strafe bekam. Deshalb musste ich die „Pechmarie“ lesen!

Für den Fall, dass es mir beim Lesen zu heavy wird, habe ich mir die „Buch-dauerhaft-Zuklapp-Option“ offengehalten. Aber es kam anders …

Charaktere: Marie ist in ihren Schilderungen sehr authentisch. In allem: ihr körperliches Erleben der Misshandlungen, ihre neutrale Schilderung der Schmerzen durch die Abspaltung ihrer Gefühle und die Kompensationen, die sie entwickelte, um ihr Leben weiter aushalten zu können. Aber Marie ist
mit diesem Leben nicht allein. Es findet zusammen, was zusammen gehört …
Im Hintergrund laufen die Gründe für das brutale Verhalten der Eltern und Geschwister – teils verschlüsselt – ab. Ich begann, über Hintergründe nachzudenken. Ich blieb aber emotional bei Marie und Elfie.
Interessant war für mich auch die Unterteilung in drei Geschichten. Ich glaubte, in der zweiten Geschichte eine andere Marie vor mir zu haben. Aber weit gefehlt. Sie hatte sich weiterentwickelt, andere Lösungen gefunden und, in der dritten Geschichte, für sich die Lösung perfektioniert.

Das Buch war schnell durchgelesen und machte Appetit auf mehr. Denn der Schreibstil von G. Siema ist angenehm. Und sie öffnet Schubladen im Gehirn, lädt zu Umsortierungen ein. Kurz: keine leichte Kost, aber die suche ich auch nicht in Büchern.

Fazit:
Was mich nun – nachdem ich das Buch durchgelesen habe – umtreibt? Die Feststellung, dass es Menschen gibt, die verdammt viel zu tragen haben. Ich verstehe, dass bei ihnen andere Reaktionen ablaufen, als bei denen, die auf der Butterseite des Lebens landeten. Und ich erkenne, dass wir nur,
wenn wir diesen Menschen professionelle Hilfe und Lösungen anbieten, ihre Eigenverantwortung aktivieren können. Hätte ich diese Gedanken, wenn ich „nur einen Roman“ gelesen hätte? Nein. G. Siema schreibt, als hätte sie alles selbst erlebt …

Zum Klappentext

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3 Kommentare zu „Rezension von Susann: Pechmarie

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