Rezension von Stephanie V.: EX€ECUTIVE

Autorin: Alexandra Scherer

Rezensentin: Stephanie V.

Titel/Cover:
Das Cover und der Titel sind super gewählt. Es impliziert einen regionalen Kriminalroman, der durch den Wasserfall erkennbar ist – also kein Wirtschaftskrimi o.ä. Der Titel mit dem €-Zeichen wirft nämlich jede Menge Fragen auf und erzeugt gleich Bilder in meinem Kopf. Regierung? Öffentliche Verwaltung? Lokale Machenschaften um Geld? Meine Neugier ist geweckt.

Klappentext:
Der Klappentext bestätigt dann auch meine Vermutungen. Ein rücksichtsloser Geschäftsmann ist unauffindbar. Ein Motiv haben viele. Ist er nun Tod? Das geht aus dem Klappentext nicht hervor…

Charaktere:
Hotelbesitzer Til Bullreiter vom Hotel Tobelweiler. Er hat ein persönliches Problem mit Maierling, dem verschwundenen Geschäftsmann und recherchiert nach dessen Verschwinden auf eigene Faust. Er wertet sehr stark. Das gefällt mir persönlich nicht so gut und verhindert, dass ich ihn sympathisch finde.

J.K. Maierling, der verschwundene Geschäftsmann. Ist klischeemäßig als reiches Ekel gezeichnet.

Birgit Zirkowski: Geliebte von Maierling und bedient auch jedes Klischee.

Kinder (Anja, Paul, Peter) und Ex-Frau. Anja und ihre Mutter haben viele Gründe Vater/Ex-Mann zu hassen.

Dann sind da noch Maierlings Angestellte und das Hotelpersonal, sowie viele andere, die alle am Ende des Buches aufgeführt werden und von denen viele ihre Gründe haben, Maierling zu hassen.

Schreibstil:
Der Text lässt sich flüssig lesen, ist „leise“ geschrieben, aber spannend aufgebaut, ohne brutale Gewalt; Verantwortlich für den Lesefluss sind die meist kurzen Sätze. Die Dialoge im Allgäuer Dialekt, lassen sich jedoch nur eingeschränkt verstehen, sofern man mit der bayrischen Sprache nicht vertraut ist.

Der Roman wird in der Ich-Form erzählt, mit wechselnder Perspektive. Die Zeitform wechselt zwischen Vergangenheit und Präsens.

Die Kapitel sind chronologisch angeordnet. Das erleichtert die Zeitsprünge/Rückblicke zwischen den Erzählungen aus Til bzw. Anjas Sicht.

Wenige Grammatik und ein paar Rechtschreibfehler wirken nicht störend.

Story:
Alles fängt damit an, dass ein Event in Tils Hotel gebucht ist. Birgit, die Eventmanagerin ist dabei noch das geringste Problem. Til sieht sich mit seiner schmerzlichen Vergangenheit konfrontiert, als er erfährt, wer der Auftraggeber der Veranstaltung ist. Mailerling, der zynische und egoistische Geschäftsmann, macht dann auch allen das Leben schwer, bis er plötzlich verschwunden ist. Die Bergwacht des Ortes macht sich erfolglos auf die Suche.

Nach und nach wird ersichtlich, wer alles etwas gegen den Firmenchef hatte und warum. Spekulationen und Anschuldigungen bleiben nicht aus. Ein Gewirr aus Puzzelstückchen sortiert sich zu einem Ganzen, mit ungewöhnlichem Ausgang.

Fazit:
Eine nette Allgäu Kriminalgeschichte, in der die Autorin den Leser, an Land und Leuten teilhaben lässt. Die Mischung von „kleingeistigem“ Dorfdenken und „großen“ Problemen von Konzernen und Politik sind sehr realistisch beschrieben. Was mir besonders gefallen hat, waren die unterschiedlichen Charaktere, die sich alle klar voneinander abgrenzen und mich mit ihren, sowohl positiven, wie auch negativen Eigenschaften, überzeugt haben.

Zum Klappentext

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