Rezension Monika: Autorenstolz

Autor: Dieter Kleffner

Rezensentin: Monika

Titel / Cover:

Das Bild, ein dunkles, altes Kellergewölbe, in dem nur eine einsame Kerze brennt, lässt nichts Gutes ahnen. Es passt sehr gut zur erzählten Geschichte. Der Titel ‚Autorenstolz‘ sagte mir vor dem Lesen nicht viel, machte mich aber neugierig auf den Thriller.

Klappentext:

Zwölf Bestsellerautoren wurden auf eine Klosterinsel eingeladen, um sich dort in luxuriöser, entspannter Atmosphäre zu unterhalten und ihre Ideen auszutauschen. Nicht nur Unwetter und  Stromausfall schaffen Probleme. Jemand unter ihnen setzt einen mörderischen Plan um.

Charaktere:

Außer den zwölf Autoren gibt es noch ein Ehepaar, das die Gäste versorgt. Jede Figur ist einzigartig. Die blinde Autorin, die den Kinderbuchautor von früher kennt, die Verlegerin, die die Führung übernimmt, eine oberflächliche Autorin, die ständig mit ihrer Redaktion in Verbindung sein möchte, ein Autor, der ständig Limmericks von sich gibt, die nicht ankommen, ein Kritiker, der mich entfernt an Reich-Ranicki erinnert hat,  eine Naturheilkundlerin, um nur einige zu nennen. Sie alle handeln entsprechend ihrer Eigenschaften in Situationen, die immer bedrohlicher werden.
Das Hausmeisterehepaar kümmert sich pflichtbewusst und mit vollem Einsatz um die Gäste.

Schreibstil:

Am Anfang empfand ich die vielen Beschreibungen zu Äußerlichkeiten der Personen und der Umgebung etwas störend. Doch mit der Zeit erkannte ich, dass ich mir dadurch sehr gut vorstellen konnte, wie gefährlich schon die Anreise zur Klosteranlage war und bekam auch eine sehr anschauliche Führung durch die Gebäude und die Umgebung. In der ersten Hälfte des Romans gab es einige kurze, spannende Phasen, aber keinen durchgängigen Spannungsbogen.  Ab etwa der Mitte nahm die Spannung dann kontinuierlich zu. Durch den flüssigen Schreibstil fühlte ich mich aber lückenlos gut unterhalten. Es war zu keiner Zeit langweilig.

Story:

Die Geschichte war für mich wie eine Achterbahnfahrt. Erst fährt man langsam zum höchsten Punkt hinauf, kann sich die Umgebung ansehen und auf sich wirken lassen. Dann kommen die ersten Kurven, die einen Vorgeschmack auf das Kommende geben. Im letzten Drittel beginnt die rasante Fahrt durch steile Kurven, Loopings, Berg- und Talfahrten bis zur ruhigen Geraden am Ende.
Das Wort Autorenstolz hat zwölf Buchstaben. Jeder Buchstabe steht für einen der Gäste. Mehr kann ich hier nicht verraten. Ich finde, diese ungewöhnliche Idee wurde vom Autor sehr gut umgesetzt.
Es ist ein eher leiser Thriller in einer Umgebung, die viele kennen oder sich gut vorstellen können. Blut fließt, aber nur wenig und erst kurz vor Schluss. Eine unappetitliche Szene wird nur angedeutet. Danke dafür.  So bleibt es jedem selbst überlassen, wie intensiv er sich das vorstellen möchte.
Das nicht vollständig aufgelöste Ende sorgt dafür, dass man auch nach dem Lesen noch eine Weile bei den Figuren bleibt.

Fazit:

Ich fühlte mich von diesem Buch sehr gut unterhalten. Es ist bewundernswert, wie anschaulich dieser blinde Autor schreibt.  Leser, die Agatha Christie näher stehen, als Sebastian Fitzek oder Steven King, sollten dieses Buch lesen.
Dies war bestimmt nicht das letzte Buch, das ich von diesem Autor gelesen habe.
Klare Leseempfehlung, wenn man spannende Unterhaltung sucht.

Advertisements

WordPress.com.

Nach oben ↑

Erstelle deine Website auf WordPress.com
Los geht's
%d Bloggern gefällt das: